Gebundene Ganztagsschulen – bloß nicht!

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Ganztagsangebote an Schulen erfreuen sich anscheinend hierzulande wachsender Beliebtheit: Besuchten 2002 noch weniger als zehn Prozent aller Schüler eine Ganztagsschule, sind es mittlerweile schon fast vierzig Prozent. Und wenn es nach manchen Experten geht, soll dieser Anteil noch weiter steigen.

Was Eltern, die in Vollzeit berufstätig sind, freuen dürfte, finden allerdings eine Menge Schüler gar nicht toll. Meine eigene Schulzeit liegt zwar schon ein paar Jahre zurück, und ich besuchte auch ein ganz normales G9-Gymnasium, dennoch erregt dieses Thema auch bei mir die Emotionen. Dabei muss man zunächst zwischen zwei Arten von Ganztagsschulen unterscheiden: Zum einen ist da die offene Ganztagsschule, bei der vormittags regulär Unterricht stattfindet und nachmittags ein breites Spektrum an Arbeitsgemeinschaften angeboten wird, aus denen die Schüler dann wählen können, und das komplett auf freiwilliger Basis. Im Gegensatz dazu ist die Teilnahme am Nachmittagsunterricht bei der gebundenen Ganztagsschule für alle Schüler verpflichtend. Wobei man dazu sagen muss, dass hierbei nicht durchgängig Unterricht abgehalten wird, sondern auch Lernphasen, in denen etwa Zeit für Hausaufgaben ist, und Zusatzangebote verschiedenster Art mit inbegriffen sind. Und ein ordentliches Mittagsessen ist natürlich auch drin. Weiterlesen

Bibliotheken müssen erhalten bleiben!

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Gehört ihr auch zu den Menschen, für die eine Welt ohne Bücher gar nicht mehr lebenswert wäre? Die Lesestoff als geistige Nahrung so sehr brauchen wie Sauerstoff zum Atmen? Dann geht es euch genau wie mir!

Bücher spielten in meinem Leben schon immer eine sehr große Rolle. Schon als Kind habe ich sie geliebt, habe mir regelmäßig von meiner Mutter vorlesen lassen und mich immer ausgiebig mit den darin enthaltenen Geschichten beschäftigt. Kein Wunder, dass ich schon vor der Einschulung lesen konnte. Und klar, dass ich nach meinem Abitur irgendetwas mit Büchern machen wollte. Mein eigentlicher Traumberuf, Buchhändlerin, war mir jedoch etwas zu kaufmännisch und verlangte auch mindestens befriedigende Mathematiknoten, weswegen er für mich eher nicht in Frage kam. So machte ich schließlich meine Ausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste in der Fachrichtung Bibliothek, praktisch der Nachfolgeberuf des Bibliotheksassistenten.

Doch nach meinem erfolgreichen Abschluss musste ich feststellen, dass es gar nicht so leicht ist, überhaupt eine Stelle zu finden. Besonders, wenn man wie ich gerne im Öffentlichen Bibliothekswesen tätig werden möchte. Der Grund: Anders als zum Beispiel die Müllabfuhr oder die Wasserversorgung gehören Bibliotheken zu den freiwilligen Leistungen einer Kommune. Gerade in Zeiten knapper Kassen sind sie daher die ersten, die unter Einsparungen zu leiden haben. Öffnungszeiten werden reduziert, Personal abgebaut und der Erwerbungsetat verringert, sodass weniger Geld für Neuanschaffungen zur Verfügung steht. Manche Einrichtung sieht sich auch gezwungen, den Jahresbeitrag zu erhöhen, wodurch sie aber leider auch so manchen Leser verliert. Im schlimmsten Fall kommt es sogar zur Schließung.

Doch so etwas ist fatal! Schließlich sind Bibliotheken die meistgenutzten Kultur- und Informationseinrichtungen in Deutschland. In unserem modernen digitalen Zeitalter sind sie längst nicht mehr bloß Orte zum Bücherausleihen. Sie stellen ein großes Angebot an Medien sowohl zur Unterhaltung als auch zu Bildungszwecken für jedermann zur Verfügung. Dazu gehören neben Büchern auch Zeitschriften, Filme, Hörbücher, Musik-CDs, Video- und Gesellschaftsspiele sowie zunehmend auch digitale Ressourcen. Auch sind Bibliotheken Austragungsorte zahlreicher kultureller Veranstaltungen, wie etwa Vorträge und Autorenlesungen. Es sind Orte der Begegnung, des Austauschs und des Lernens. Das Klischee der Bibliothekarin als ältere Dame mit Hornbrille und Knotenfrisur, die ständig hinter einem Buch sitzt und hin und wieder ein strenges “Pssst” vernehmen lässt, ist ebenfalls überholt. Wir sind dynamische Leute, den technischen Neuerungen gegenüber aufgeschlossen und stets darauf bedacht, die Wünsche unserer Nutzer zu berücksichtigen. Wir vermitteln Informationskompetenz und helfen den Leuten, sich im Dschungel der vielen Informationen zurechtzufinden. Schließlich wird man bei einer Internetsuche mit Ergebnissen regelrecht erschlagen, wie soll man da noch durchblicken, was jetzt relevant ist und was nicht? Allerdings gibt es auch Informationsquellen, die nicht von Suchmaschinen erschlossen werden, und es ist auch nicht jede Information digital verfügbar.

Und was ganz wichtig ist: Bibliotheken engagieren sich sehr in Sachen Leseförderung. In Kooperation mit Kindertageseinrichtungen und Schulen führen sie schon die ganz Kleinen an das Medium Buch und das Lesen heran. Besonders Kinder aus bildungsfernen Familien, in denen Bücher keine so große Rolle spielen, profitieren davon. Indem zum Beispiel Bibliotheksbesuche in den Schulunterricht eingebunden werden, lernen auch sie die Einrichtung kennen und selbstständig zu benutzen. Auch machen Bibliotheken die Eltern mit der Verteilung von kostenlosen Lesestart-Sets auf die Bedeutung des Vorlesens aufmerksam. Schließlich wird schon hierbei der Grundstein für eine gute Sprach- und Lesekompetenz gelegt. Bastelnachmittage, Vorlesestunden und Themenabende sind weitere beliebte Angebote, mit denen jede Menge Kinder und Jugendliche erreicht werden. Immerhin geht es beim Lesen nicht nur um den Erwerb von Wissen, auch Fähigkeiten wie Empathie und die Fantasieentwicklung werden dadurch gefördert.

Das alles sind jede Menge Gründe, warum Bibliotheken unbedingt erhalten bleiben müssen. Dass Kommunen an manchen Stellen einsparen müssen, lässt sich leider nicht vermeiden – aber bitte nicht zulasten der Bildung!

Autisten sind nicht krank, nur anders!

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Eine Sache, die mich im Zusammenhang mit Autismus jedes Mal aufs Neue aufregt, ist die Sicht, die viele Außenstehende darauf haben. Immer wieder wird unser Anderssein fälschlicherweise als Krankheit bezeichnet.

Wenn mir so etwas begegnet, könnt ihr euch meinen Gesichtsausdruck vorstellen, als hätte ich in eine Zitrone gebissen. (Wobei der Vergleich bei mir nicht so wirklich passend ist, da ich tatsächlich kein Problem damit habe, Zitronen zu essen – aber so jedenfalls schaue ich dann drein.) Denn: Autismus ist keine Krankheit! Genauso wenig, wie etwa Homosexualität oder Linkshändigkeit Krankheiten sind. Es ist lediglich eine etwas andere neurologische Verschaltung, die eine andere Art des Denkens, Fühlens und der Wahrnehmung mit sich bringt. Doch nur, weil ich eben ein bisschen anders ticke, bin ich noch lange nicht krank! Genauso falsch ist die Formulierung “an Autismus leiden”. Ich leide nicht an Autismus, es ist ein wesentlicher Teil meiner Persönlichkeit! Das drückt auch ein Zitat aus, auf das ich im Internet gestoßen bin: Autism: It’s not a bug, it’s a feature! (Autismus ist keine Macke, sondern ein Wesensmerkmal!) Weiterlesen

Wird der Umweltschutz verteidigt, sind die Bauern gleich beleidigt

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Ohne Blumen auf der Wiese geht’s der Biene richtig miese.

Steh’n im Stall zu viele Kühe, macht die Gülle mächtig Mühe.

Zu viel Dünger auf dem Feld geht erst ins Wasser, dann ins Geld.

So lauten drei der „Neuen Bauernregeln“, die das Bundesumweltministerium Anfang Februar im Rahmen der Kampagne “Gut zur Umwelt. Gesund für alle.” präsentierte. In 70 deutschen Städten sollten Plakate mit insgesamt elf solcher Reime angebracht werden, um auf humorvolle Weise auf Fehlentwicklungen in der Landwirtschaft aufmerksam zu machen. Denn dass dabei längst nicht immer Tier- und Umweltschutz an erster Stelle steht, ist leider eine Tatsache. Mit Sprüchen wie Steht das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein wird zum Beispiel der Umstand thematisiert, dass viele Tiere auf viel zu engem Raum zusammengepfercht und in viel zu kleine Kastenstände gesperrt werden, sodass sie kaum noch Bewegungsfreiheit haben. Oder die Belastung der Böden mit Nitraten: Zu viel Dünger, das ist Fakt, ist fürs Grundwasser beknackt. Und nicht zuletzt die Bedrohung der Artenvielfalt durch chemische Unkrautvernichter: Bleibt Ackergift den Feldern fern, sieht der Artenschutz das gern.

Doch diese witzige und originelle Kampagne kam bei den Bauernverbänden gar nicht gut an. Weiterlesen

Wie man Begabte richtig fördert

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Ende November vergangenen Jahres erreichte uns aus dem Bildungsministerium eine Meldung, die mich sehr freut: Die Politik möchte nun auch verstärkt in die Begabtenförderung investieren. Ab kommendem Schuljahr sollen an bundesweit 300 ausgewählten Schulen Konzepte entwickelt und erprobt werden, mit denen besonders leistungsstarke Schülerinnen und Schüler speziell gefördert werden. Und zwar sowohl an Grund- als auch an weiterführenden Schulen von Klasse 1 bis 10. Das Projekt ist auf zehn Jahre angelegt, mit einer vorgesehenen Zwischenbilanz nach fünf Jahren. Bund und Länder wollen hierfür insgesamt 125 Millionen Euro bereitstellen.

Ich persönlich bin über diese Initiative sehr erfreut. Denn bei allem Einsatz für leistungsschwache Schüler dürfen auch diejenigen nicht auf der Strecke bleiben, die im Gegenteil eine besondere Befähigung aufweisen. Das Problem der hochbegabten Minderleister, die von ständiger Unterforderung im Unterricht frustriert sind, ist schließlich hinlänglich bekannt. Doch nicht nur diejenigen mit einem IQ von 130 und höher, die ohnehin nur zwei Prozent der Bevölkerung ausmachen, bedürfen spezieller Förderung, sondern alle, die in einem oder mehreren Bereichen besonders stark sind und überdurchschnittliche Leistungen erbringen. Ob nun durch eine gute allgemeine Begabung oder einfach durch Fleiß und Ehrgeiz – sie alle sollten die Möglichkeit haben, ihr Potenzial auch entsprechend zu verwirklichen!

Da das Thema Begabtenförderung für mich auch schon immer von großer Bedeutung war, möchte ich hier einmal ein paar Ideen dazu äußern, wie diese sowohl schulisch als auch außerschulisch bestmöglich umgesetzt werden kann. Weiterlesen

Wie komme ich eigentlich dazu, mich zu engagieren?

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Heute feiert Something Autrageous Geburtstag – vor genau einem Jahr habe ich diesen Blog gestartet und meinen ersten Artikel veröffentlicht. 26 Beiträge, einschließlich diesem, sind mittlerweile darauf erschienen, und 51 Follower zählt mein Blog bis heute. Euch allen, die ihr regelmäßig vorbeischaut und mich mit euren Likes und Kommentaren unterstützt, ein ganz herzliches Dankeschön!

Anlässlich dieses Tages wollte ich euch mal erzählen, wie ich denn eigentlich dazu komme, mich zu engagieren. Es ist so, dass ich emotional sehr sensibel bin und einen starken Gerechtigkeitssinn habe, weshalb mir gewisse Dinge, ob sie nun mir selbst oder in meinem Umfeld passieren oder ob ich davon durch die Medien erfahre, richtig nahe gehen. Ich war in der achten Klasse, als das Thema Todesstrafe mich richtig zu bewegen begann. Damals hörte ich in den Nachrichten von der tausendsten Hinrichtung in den USA seit der Wiedereinführung der Todesstrafe im Jahr 1976. Und wenig später ging der Fall eines Mannes durch die Medien, der sterben musste, weil er bei einem Überfall auf einen Supermarkt zwei Menschen erschossen haben soll, was er jedoch bestritt. Im Gefängnis hatte er sich dann von der Gewalt abgewendet und sogar Kinderbücher geschrieben. Weiterlesen

Akademie Bioethik: Ein Bericht

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Vergangenes Wochenende, vom 13. – 15. Januar, fand in Köln zum achten Mal die Akademie Bioethik statt. Dieses von der Jugend für das Leben (JfdL) und den Christdemokraten für das Leben (CDL) in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung veranstaltete Jugendseminar richtet sich an alle, die sich für Fragen des Lebensschutzes interessieren und sich näher mit bioethischen Themen befassen möchten. Auch dieses Jahr kamen wieder viele interessierte Jugendliche und junge Erwachsene zusammen, um sich zusammen mit großartigen Referenten aus Wissenschaft, Politik und Praxis mit der Frage “Gilt das Menschenrecht auf Leben schon vor der Geburt?” auseinanderzusetzen. Ort der Veranstaltung war die Jugendherberge Köln-Deutz, die für solche Zwecke eigens mit mehreren Tagungsräumen ausgestattet ist.

Eigentlich hatte ich schon bei der letzten Akademie im Herbst 2015 in Aachen teilnehmen wollen, wo es aber nicht klappte. Doch dieses Mal kam nichts dazwischen, und so fuhr ich am Freitagnachmittag mit dem Zug von Koblenz nach Köln. Weiterlesen

Stoppt das Töten von Seehunden!

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Eigentlich hatte ich vor, das neue Jahr mit einem Beitrag über ein bildungspolitisches Thema zu beginnen, aber ein noch größeres Anliegen ist mir momentan die Situation der Seehunde in Schleswig-Holstein. Offiziell dürfen diese zwar seit 1974 nicht mehr bejagt werden, dennoch werden in Deutschland jährlich bis zu 500 von ihnen von Seehundjägern erschossen.

Immer wieder kommt es vor, dass mutterlose, kranke oder verletzte Tiere am Strand aufgefunden werden. Diese dürfen zwar in den Seehundauffangstationen der Inseln erstversorgt werden, doch müssen sie – ohne Rücksicht auf ihren Zustand – nach spätestens 24 Stunden einem Robbenjäger übergeben werden, der dann selbstständig und unkontrolliert über das weitere Vorgehen entscheidet. Konkret bedeutet das: Entweder werden sie an die einzige autorisierte Auffangstation in Friedrichskoog überstellt – oder getötet. Und wie die Zahlen belegen, ist vielmehr letzteres der Fall. Weiterlesen

2016 – was war und was kommt

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Und wieder einmal geht ein Jahr zu Ende. 2016 war auch für mich wieder voller Höhen und Tiefen. Ich habe meine erste Arbeitsstelle angetreten und auch wieder verloren. Ich bin bei meiner Mutter aus- und in eine eigene Wohnung gezogen. Ich habe mir einen jahrelangen Wunsch erfüllt und diesen Blog gestartet, um auch andere Menschen mit meiner Sicht der Dinge zu erreichen und für Menschenrechtsverletzungen und Unrecht aller Art zu sensibilisieren. Ich war zum ersten Mal auf einer Demonstration, beim Marsch für das Leben in Brüssel, und habe dabei nette junge Leute kennengelernt, die es ebenfalls nicht hinnehmen wollen, dass Ungeborene nicht den gleichen gesetzlichen Schutz genießen wie geborene Menschen. Dabei ist auch ein Kontakt entstanden, der mir sehr viel bedeutet. Schließlich bin ich auch der Aktion Lebensrecht für Alle e.V. (ALfA) und deren Jugendorganisation, der Jugend für das Leben, beigetreten. Und ich habe einen Chinesischkurs besucht und damit neben Japanisch und Koreanisch meine dritte ostasiatische Sprache begonnen. Es hat sich also einiges bei mir getan im vergangenen Jahr.

Jetzt heißt es allerdings sich darauf zu konzentrieren, was nächstes Jahr kommen wird. Nach Monaten der Arbeitslosigkeit und der Ungewissheit habe ich nun kurz vor Weihnachten endlich wieder eine Stelle gefunden. Weiterlesen

Etwas trübt die adventliche Stimmung

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Genießt ihr auch die schöne Adventszeit? Ich liebe diese Stimmung total, wenn alles festlich geschmückt ist und man überall in den Gärten und Fenstern Lichterketten und Weihnachtsdekoration sieht. Wenn es abends früh dunkel wird und ich es mir zu Hause bei Kerzenschein gemütlich machen, dabei Plätzchen essen und meine Weihnachtskassetten hören kann. Das alles ist einfach wunderschön.

Aber… wenn ich nun an all die Menschen denke, die kein schönes Weihnachtsfest haben, deren Rechte anderswo auf der Welt massiv verletzt werden, dann vergeht mir die Freude an dem Fest total. Weiterlesen